Blutegeltherapie

Blutegeltherapie…

Blutegel sondern über den Speichel etwa 20 verschiedene Substanzen in die Wunde ab, darunter die Blutgerinnungshemmer Hirudin und Calin. Aus diesen Stoffen ergibt sich auch eine der wichtigsten medizinischen Heilwirkungen des Blutegels, in Verbindung mit der entzündungshemmenden Wirkung von Eglin. Eglin kann Entzündungen und Schmerzen lindern (z.B. bei Arthrose). Allerdings ist die exakte Wirkung aller anderen Stoffe noch nicht bekannt. Nach Erreichen der Sättigung fällt der Blutegel von selbst von seinem Opfer ab.

Medizinische Blutegel kommen ausschließlich aus der Zucht. Bei jeder Sitzung werden von mir 2 – 4 Blutegel – meistens an den schmerzenden Stellen – auf die Haut des Patienten angesetzt. Mit Nachblutungen beträgt der gesamte Blutverlust nicht mehr als 250 – 350 ml.

Wie wirkt die Blutegeltherapie?

Nachdem der Blutegel gebissen hat, injiziert er einen Stoff (Hirudin) in die Bisswunde, welcher die Blutgerinnung in diesem Bezirk für einige Zeit verhindert. Hierdurch kommt es zu Sickerblutungen. Das Blut sickert langsam und kontinuierlich aus der Wunde und die kleinsten Blutgefäße (Kapillare) können sich entleeren. Frisches nähr- und sauerstoffreiches Blut fließt in diesen Bereich nach. Durch die mehrere Stunden dauernde, extrem langsame Blutung hat der Körper die Gelegenheit, den Flüssigkeitsverlust sofort auszugleichen. Das "dicke Blut" wird verdünnt, und Verklumpungen und Stauungen können sich auflösen und werden ausgeschwemmt, sowohl durch die direkte Blutung als auch Tage und Wochen danach über die Nieren. Gleichzeitig werden Gift- und Schlackestoffe, die sich im Gewebe abgelagert haben, ausgeschwemmt.

Wie wird die Blutegelbehandlung durchgeführt?Blutegel bei Kniearthrose

Blutegel sind sehr sensible Tiere. Was ihnen nicht schmeckt, das fressen sie nicht. Deshalb darf die Stelle, an der die Blutegel beißen sollen, am Tag vor der Behandlung weder mit stark riechenden Seifen gewaschen noch eingecremt werden. Die Blutegel werden aufgesetzt, und nach kurzer Zeit haben sie sich festgebissen und beginnen zu saugen. Der Patient hat kurzfristig ein "zwickendes" Gefühl an den Bissstellen. Dann beginnt das Mittel zur örtlichen Betäubung aus dem Speichel des Egels zu wirken. Darüber hinaus merkt der Patient nichts von der Behandlung.

Nach max. 1-1/2 Stunde sind die Egel satt und lösen sich von der Haut. Die Bisswunde blutet bis zu 24 Stunden nach. Es entspricht aber ungefähr nur der Menge des Blutes welches der Blutegel getrunken hat. Die Wunde muss also gut versorgt und verpackt werden. Am nächsten Tag kommen meine Patienten nochmal zur Wundkontrolle. Nach Abheilung kommt es an der Stelle zu einem verstärktem Juckreiz, bitte nicht kratzen, da sich sonst die Wunde entzünden kann.

Indikationen

  • Venenleiden
  • Blutgerinnsel und Blutergüssen
  • Krampfadern
  • Besenreiser
  • Trigeminusneuralgie
  • Tennisarm/ Sehnenscheiden-, Schleimbeutelentzündung
  • Rheuma und  Rücken- und Kopfschmerzen,
  • Gelenkabnutzungen (wie Arthrosen, Gicht/ Rheuma ), Muskelkrämpfen, Zerrungen und Verstauchungen,
  • Gelenkentzündung wie Arthritis mit einhergehenden Schmerzen im Fingergelenk und den Knien
  • Gefäßverkalkungen,
  • Tinnitus/ chronische Mittelohrentzündung
  • Gürtelrose

Gegenanzeigen

  • Blutgerinnungsstörungen
  • Gerinnungshemmende Medikamente wie Marcumar, ASS
  • Bluterkrankheit
  • Starke Blutarmut
  • Magen-, Zwölffingerdarmgeschwür
  • Allergien gegen Hirudin und Histamin
  • Wundheilungsstörungen z.B. bei Diabetes
  • Schwangerschaft